Das Problem mit der Grauzone

img_5747In einer Zeit, in der die Klimakrise mittlerweile in der breiten Öffentlichkeit angekommen ist und als ein Hauptthema in der Politik präsent ist, drehen sich auch auf Social Media viele Diskussionen um die Klimakrise, Erderhitzung und Klimagerechtigkeit. Oft driften die Gespräche allerdings sehr schnell in hitzige Streits ab, bei denen jede Seite der anderen vorwirft, falsch zu handeln.

Es scheint so, als wird von den Menschen erwartet, sich entweder klima- und umwelttechnisch ‚perfekt‘ zu verhalten oder wenn jemand nicht absolut zero-waste, vegan & nachhaltig lebt, es doch bitte gar nicht erst zu versuchen. Es gibt Menschen, die sich nicht trauen, sich zum Thema zu äußern, aus Angst ’nicht gut genug‘ zu sein, ein paar Menschen, denen es egal ist (zum Glück immer weniger) und dann gibt es noch die, die sich in einer Grauzone sehen. Die sich der Situation bewusst sind und versuchen, sich möglichst klima-freundlich zu verhalten, allerdings in ganz vielen Lebenssituationen konsequenter sein könnten und da schon noch so einiges zu lernen haben (zu dieser Gruppe würde ich mich zum Beispiel zählen).

Letztendlich befinden wir uns ja sowieso alle in einer Grauzone. Niemand wird Perfektion erlangen, es wird immer etwas geben, was man verbessern kann. Es wird auf der anderen Seite auch immer jemanden geben, der etwas schlechter macht, noch öfter fliegt, häufiger Fleisch konsumiert und ununterbrochen Fast-Fashion kauft. Ist es also falsch, sich in der Grauzone wohl zu fühlen?

Prinzipiell ist es sicher wichtig, mit sich und damit, wie man sich verhält, im Reinen zu sein. Ich denke, es wird nur ab dem Punkt schwierig, an dem Stillstand eintritt. Sobald man keinen Handlungsbedarf mehr sieht, glaube ich, dass man sich einen Tick zu wohl in der persönlichen Grauzone fühlt. Natürlich ist es schon ein guter Schritt, wenn jemand weniger Fleisch isst, auch wenn er*sie in anderen Bereichen noch nichts verändert. Auch das macht schon einen Unterschied. Aber wenn man sich nicht mehr weiterentwickelt, fängt man dann nicht automatisch an, verschiedene Positionen kontextlos zu betrachten und (wieder) nur schwarz weiß zu sehen?

Wäre es nicht schön, wenn wir uns alle um den Prozess kümmern, in dem sich JEDE*R (bewusst oder unbewusst) befindet? Wenn wir uns gegenseitig ermutigen, uns weiterzubilden, Neues zu lernen, nachhaltiger zu leben,.. ? Und die Schritte können noch so winzig sein und sicher wird es manchmal Pausen geben – aber halt keinen Stillstand. Vielleicht könnten wir die Entwicklung von anderen Menschen dann als Inspiration sehen und nicht als Bedrohung. vielleicht macht es dann auch mehr Spaß, sich im Bereich Umwelt und Nachhaltigkeit besser auszukennen, dazuzulernen und jeden kleinsten Erfolg zu feiern. Es ist auf jeden Fall einen Versuch wert.

 

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